Ein Poet ein Berg die Panamericana und der Regen ...


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..wir sind nach 2 Stunden Fahrt von Santiago aus in Isla Negra, dem Wohnort von Chiles bekanntesten Poeten Pablo Neruda angekommen und Uebernachten in einem toll gelegen Hostel. Das Dorf ist sehr schoen am Pazifik gelegen und Pablo hatte wie wir im Reisefuehrer lesen Zimmerleute wie andere Menschen Putzhilfen angestellt. So koennen wir am naechsten Tag durch die miteinander verbundenen Haeuser des Dichters laufen und uns die ganzen Kuriositaeten anschauen, die er gesammelt hat. Sein Grab ist im Garten und mit direktem Blick auf die Brandung des Pazifik. Weiter geht es wieder in Richtung Landesinnere ueber die Cordillera Costal zur Panamericana. Dieses Asphaltband, das Alaska mit Feuerland verbindet ist eine meist zweispurige Strasse auf der man im Unterschied zu Autobahnen in Deutschland auch mal ein Pferdegespann sieht. Meist sind es jedoch LKW die die Kilomter machen. Fuer uns ist die Strasse eigentlich sehr langweilig und wir benutzen sie nur,wenn es nicht anders geht. Unserer erster Abzweig fuehrt uns bei Los Angeles (nicht mit dem bekannten Ort in Nordamerika verwechseln !) nach Osten in Richtung Anden. Wir folgen dem Bio Bio flussaufwaerts bis nach Ralco. Ralco ist eine Mini- Dorf, das an Wild-West Zeiten erinnert. Hier endet die asphaltierte Strasse. Von Dort aus geht es noch etwas weiter bis zum einer kleinen Farm mit Camping-Moeglichkeit. Als wir im stroemenden Regen ankommen werden wir auf deutsch mit " He ich komme auch aus Mannheim " begruesst. Die Campo Betreiberin ist gebuertige Mannheimerin. Wir werden mit Krauetertee und einem leckeren Once ( Brunch) empfangen. Am naechsten Morgen sehen wir erst wie nah wir dem Vulkan Callaqui eigentlich gekommen sind. Ein schoener schneebedeckter Berg tuermt sich direkt bei bestem Wetter vor uns auf. Auf 12 Hufen anstelle von unseren Raedern gelangen wir auf einen Ausritt hoeher in die Berge. Das Pferd von Markus verlangt schon manchmal etwas Ueberredungskunst um weiterzulaufen und einmal biegt es auch einfach in den Wald ab und bleibt stehen... Am naechsten Tag nutzen wir das gute Wetter um mit unsren Motorraeder weiter zu fahren. Wir wollen ueber eine Piste entlang und durch die Anden zum naechsten Tal gelangen. Die ersten 35km muessen wir viel Staub schlucken da wir im Convoi mit den LKW's die zu einer Stauseebaustelle fahren unterwegs sind. Ungefaehr an der Baustelle werden wir dann ueberraschender Weise von der Polizei aufgehalten und zum Umdrehen "ueberredet". Es gaebe Schnee auf der Piste und der Weg sei sehr schlecht. Alles Quatsch denn spaeter erfahren wir , das es wohl mehr die Angst vor Umweltaktivisten ist, die die restlichen verbliebenen Pehuenches die noch dort wohnen, aufstacheln koennten. Der Stausee ist mehr als umstritten aber die Gesellschaft hat wohl schon sehr viel Geld reingesteckt....Das war der Anfang und das Unheil nahm seinen Lauf: Wir fahren zurueck zum Campo bei der Farm und auf dem schlechten Weg dorthin probiert Heike den ersten Wheelie ihrer Motorradfahrpraxis. Mit dem kompletten Gepaeck drauf gar nicht so einfach und so endet die Sachen in der Boeschung und mit einer auf den Fuss gekippten Maschine. Der Knoechel wird dick und schimmert mittlerweile in verschiedenen blau und gruentoenen. Verletzungsbedingt bleiben wir noch ne Nacht laenger und werden vom Regen eingeholt. Das Tiefdruckgebiet haelt uns hartnaeckig mehrere Tage in den Bergen fest. Es wird immer kaelter und die Schneefallgrenze rutscht bedrohlich nah an uns heran. Einen Tag lang halten wir an einem Feuer, das im Blecheimer fackelt unter einem Dach aus. Zu Essen gibt es frischgefangene Forellen aus dem Fluss mit Brot. Als am dritten Tag der Regen endlich etwas nachlaesst packen wir unsreren Kram und fahren wieder hinab nach Los Angeles ind die Zivilisation. Wir verwandeln uns wieder mittels heisser Dusche und Schlemmerabendessen in Menschen. Jetzt scheint die Sonne und wir sind wieder in la carretera...


Letzte bekannte Position vom 09.11.2002 : 37,9036°S 71,5573°W

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