Ushuaia Fin del Mundo - Fin de las Muelas


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Geschafft aber gluecklich kommen wir in Ushuaia an. Die Stadt liegt wunderschoen am Fusse der schneebedeckten Berge mit Blick auf den Beagle Kanal, trotzdem macht Sie auf uns mit ihren Bretterbuden und fehlendem Gruen einen eher trostlosen Eindruck. Unser erstes Ziel ist der Camping - der ehemalige Rugby Club der Stadt. Die Unterkunft ist ziemlich perfekt, denn es gibt einen Aufenthaltsraum und eine Kueche die wir nutzen koennen. Schliesslich regnet es ja hin und wieder mal hier. Und bei maximal 10 Grad sitzt man Abends doch lieber drinnen.
Wir treffen Alexander und Britta die auch mit dem Motorrad unterwegs sind. So feiern wir mit ihnen, der Campingfamilie und noch weiteren 4 Motorradfahrern ein ziemlich gemuetliches Weihnachten. Anders als bei uns knallen um 12 die Sektkorken und es wird bis spaet in die Nacht getanzt und gefeiert.
Der 25. praesentiert sich mit bestem Wetter und Sonnenschein bei ca. 19 Grad. Es kommen noch mehr Biker hinzu und Nachmittags fahren alle zusammen nach Lapataia raus, zum Ende der Ruta 3. Eigentlich nichts besonderes ausser halt dem Ende der 18.000km langen Strasse von Alaska bis Feuerland und einem Schild, dass ebensolches besagt. Wir stellen uns davor auf und jeder schiesst sein "Gipfelfoto".
"Tío Pipo" der jefe des Campings erzaehlt uns, dass schon so ziemlich viele Verrueckte den Weg nach Ushuaia gefunden haben. Japaner auf 50er Rollern sind von Alaska hierher gefahren. Brasilianische Jetpiloten mit 80er Rollern samt 150kg Anhaengern, Esel, Pferde und viele verrueckte Fahrradfahrer, die wir besonders bewundern. Das einzige was noch fehlt sind Ausserirdische aber wenn die kommen, so versichert uns der jefe, koennten sie auf jeden Fall hier campieren.
So ein bisschen haben wir das Gefuehl, dass der jefe selber zu den Verruecktesten hier gehoert. Er erzaehlt uns immer wieder haarstraeubende Geschichten aus seinem Leben und wenn er seine fuenf Minuten hat zieht er seine Monstermaske auf und erschreckt mit gezueckter Machete ahnungslose Camper.
Die Zeit zwischen den Jahren nutzen wir um den Motorraedern mal wieder etwas Pflege zukommen zu lassen. Die 500er bekommt bei Moto Pablo ein neues Lenkkopflager, denn das alte "rastet" in Geradeaustellung ein. Auf der Ruta tres waere das nicht so schlimm, aber es soll ja jetzt wieder in etwas kurvigeres Gelaende gehen. Die Ventile der beiden Maschinen werden eingestellt und an der 600er wird die Kette , die sich mittlerweile wie ein Kaugummi laengt, gekuerzt.
Die Abende im Camping gestalten sich interessant, es gibt fuer uns viele Infos von anderen Reisenden, die schon Bolivien und Peru durchfahren haben. Je spaeter der Abend desto schlimmer werden die Pisten. Der Matsch wird immer rutschiger und der Schotter knietief !! Die Reifen werden von allen natuerlich immer mindestens bis auf die Karkasse abgefahren...
Bis Silvester finden sich noch mehr Leute ein und es wird wieder, wie an Weihnachten, von allen ein super Buffet organisiert. Der Asado Grill ist voll wie noch nie. Knaller gibt es keine, denn wegen des patagonischen Windes sind die hier verboten.
Die Fahrt vom Camping in die Stadt gestaltet sich jedesmal aufs neue spannend, denn aus irgendeinem Grund haben es die Hunde aus Ushuaia besonders auf Motorradfahrer abgesehen. Sobald sie die Maschinen hoeren rasten sie total aus und versuchen das ganze Motorrad oder zumindest das Vorderrad zu beissen. Haelt man an der Ampel an, stehen sie dumm da und wissen gar nicht so richtig was tun. Sobald die Reifen sich wieder bewegen, geht das Gebelle von vorne los.
Nach Silvester reisen die meisten Leute ab und wir trotten jeden Tag aufs Neue zur Post und fragen nach ob etwas fuer uns dabei ist. Zur mittlerweile nervenaufreibenden Warterei kommen bei mir (Markus) jetzt auch noch Zahnschmerzen sowie eine Erkealtung hinzu. Da die Sache selbst mit einer Hammerdosis Antibiotika nicht in den Griff zu bekommen ist und die Schmerzen immer schlimmer werden, muss die endzuendete Wurzel raus. Dazu muss eine Bruecke aufgesaegt und abmontiert werden. Leider bricht bei der Aktion auch gleich noch ein eigentlich unbeteiligter Zahn ab. Nachdem die Wurzel draussen ist und der andere Zahn wieder eingeklebt ist stellt sich erstmal Entspannung ein. Am naechsten Morgen finde ich jedoch den geklebten Zahn anstelle im Mund im Schlafsack wieder... also geht es wie jeden Tag wieder zum Zahnarzt und danach zur Post.
Als die Zaehne endlich halten beschliessen wir, ob mit oder ohne Post, in den naechsten Tagen aufzubrechen. Nur ein Tag Regen verschiebt unsere Abreise noch etwas und so haben wir Glueck, denn am Freitag den 10. Januar ist die Post nach drei Wochen endlich da.
Wir suchen unser verteiltes Gepaeck zusammen und bereiten uns auf die Abreise vor.






Letzte bekannte Position vom 21.12.2002 : 49,8286°S 68,3604°W

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