Party am Beaglekanal


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Nach 3 Wochen an einem Fleck faengt man schon an Wurzeln zu schlagen. Menschen gruessen dich auf der Strasse, du kennst die beste Bar, die besten Empanadas, den billigsten Supermarkt und im Camping des Ushuaia Rugby Club werden wir von Mama Mary inzwischen mit "mein Sohn, meine Tochter" angesprochen.
Trotzdem wollen wir heute endlich weiter, die Post ist da, die Sonne scheint und wir fangen also an, unser voellig verstreutes und durcheinandergebrachtes Gepaeck zu sortieren. Der Abschied faellt leichter, als ich feststellen muss, dass mein 70´s-Flohmarkt-Lieblings-T-Shirt inzwischen als Putzlappen missbraucht wurde und jemand zum Anzuenden des Holzofens auch noch einige Stuecke herausgeschnitten hat!!! Nachdem nochmal die 3 Hunde durchgeknuddelt wurden und die komplette Campingfamilie sich fuer das Abschiedsfoto plaziert hat, geht es aber letztendlich los - zurueck in den Norden...
Fuer den Anfang haben wir eine Minietappe ausgewaehlt, um uns langsam wieder ans Reisen zu gewoehnen. Wir wollen Harberton, die aelteste Estancia Feuerlands, besuchen, die inzwischen nur noch touristisch genutzt wird und ca. 90 km von Ushuaia, direkt am Beagle Kanal liegt. Schon auf dem Weg dorthin wird die Landschaft immer wilder und urspruenglicher, schiefe, vom Wind verformte Baeume, Sumpfgebiete, die der verhasste Biber hinterlassen hat und dazwischen immer mal ein durchschlaengelnder Fluss auf den letzten Metern zum Atlantik. Die Estancia selbst strahlt in der Sonne, herausgeputzte Haeuschen in rot-weiss, dazu ein kleines Cafe mit englischen Brownies & Cookies, umrahmt vom einzigen Blumengarten Feuerlands. Ein paar Kilometer wieter lassen wir uns auf einem der freien Campingplaetze nieder. Die Schweizer Daniel & Nicole, die wir schon in Puerto Madryn und dann wieder in Ushuaia getroffen haben, sind mit ihrem Pinzgauer auch mitgekommen. Zu Viert verbringen wir so einen aeusserst exclusiven Abend mit Blick auf den Kanal, Sekt, leckerem Essen, The Cure auf voller Lautstaerke, Lagerfeuer und feiern gemuetlich in meinen Geburtstag.Tags darauf faengt Markus seinen ersten (und bisher einzigen) Fisch, ich sammele ein paar Wiesenchampions, wir haben Besuch von Wildpferden, Biber und Fuechsen und so vergeht ein Geburtstag, den ich wohl nie vergessen werde. Auch hier wegzugehen faellt nicht leicht, die Landschaft hat ihren speziellen Reiz, aber Ecuador ist noch so verdammt weit...
Zuerst lassen wir uns jedoch noch die Estancia zeigen und machen einen Rundgang durch das "Knochenhaus", ein kleines Museum, in dem seit ueber 20 Jahren alle verendeten Meerestiere der Umgebung gesammelt, katagolisiert und in einer aeusserst stinkenden Prozedur auch praepariert werden. Sehr interessant, aber nichts fuer schwache Nerven und empfindliche Maegen!


Letzte bekannte Position vom 12.01.2003 : 54,8767°S 67,3007°W

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