Mendoza


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Nach einem ausgiebigen Grillabend verabschieden wir uns am naechsten Morgen von John und Anette und auch von den Schweizern Daniel und Nicole sowie Benni und Nadja. Wir fahren nocheinmal ein Stueck am wunderschoenen Lago Nahuel Huapi entlang bevor die Strasse nach Norden abzweigt. Noch ca. 100km geht es mit relativ viel gruen und einigen bizzaren Felsformationen, entlang des Rio Limay. Beim Abzweig nach San Junin de los Andes steigt die Strasse fast 1000m aus dem Tal hinauf in eine Hochebene. Wenn wir nach links blicken koennen wir immer den Ausblick auf den perfekt geformten Vulkan Lanin mit seinen 3768m geniessen. Wir beschliessen den Tag in einem Hotel im gesichtslosen Zapala.
Die naechste Etappe fuehrt uns ueber die Provinzhauptstadt Neuquen weiter in die Steppe. Es gibt eigentlich nicht viel zur Landschaft zu sagen. In der Mitte das endlose Asphaltband und rechts und links die noerdlichen Auslaeufer der patagonischen Steppe.
Das aendert sich erst 500km weiter noerdlich als wir uns San Rafael naehern. Lamgsam wird es gruener. Schon in der Provinz Mendoza gelegen, bildet es in etwa das suedliche Ende einer riesigen von Landwirtsachaft, speziell vom Weinbau dominierten Gegend.
Eigentlich wuerde hier weit und breit nichts wachsen, da der Niederschlag fehlt, aber die Naehe der Anden mit ihrem kristallklaren Bergwasser in Verbindung mit einem weit verzweigten Kanalsystem ermeoglicht dennoch eine intensive Landwirtschaft.
Wir sind in der Region die "Cuyo" genannt wird, Cuyo bedeutet in der Indianersprache "trockene sandige Erde".
In San Rafael residieren wir in einem alten Hotel, das noch den Charme einer vergangenen
reichen Zeit hat. Wir duerfen die Motorraeder durch den Haupteingang in das grosszuegige Patio
fahren. Das einzige was juenger als knapp 70 Jahre ist, ist der Fernseher. Aber aus der Dusche kommt warmes Wasser und so bleiben wir fuer die Nacht. Am naechsten Tag erreichen wir nach weiteren 230km Mendoza. Wir steuern den Camping Suizo an, der am Berghang ueber der Stadt liegt.
Wir haben kaum das Zelt aufgestellt, da hoeren wir schon das vertraute Brummen von zwei BMW Boxern. Es sind die Maschinen von John und Anette. Wir sind etwas erstaut, denn sie werden von einer Polizeieskorte begleitet. Entgegen unseren Befuerchtungen haben sie nichts angestellt sondern haben sich gnadenlos verfahren und sind auf denm Verkehrsuebungsplatz der Mendozer Polizei gelandet. Es waere nicht Argentinien, wenn sich nicht gleich ein netter Mensch dazu bereit erklaert haette sie an das richtige Ziel zu lotsen.
Mendoa ist eine erstaunlich relaxte Stadt bedenkt man, dass hier fast eine Million Menschen leben. Im gesamten Stadtgebiet saeumen grosszuegig gepflanzte Baeume die Strassen. Es gibt immer einen schattigen Platz, wo man gemuetlich in einem Cafe sitzen und das Leben geniessen kann.
Als wir das naechste mal zurueck zum Camping kommen sind auch schon Numme und Jeanne aus Daenemark auf XT600E und Aprilia Pegaso da. Kurze Zeit spaeter kommen nochmal zwei XT´s mit Robert und Andre aus Dresden an. Auf dem Camping sind wir mittlerweile 8 Biker und die Grills laufen Abends auf Hochtouren. Der Camping hat ein kleines Open - Air Kino, bestehend aus Leinwand und Video Beamer. Dadurch kommen wir in den Genuss von "The Matrix", "Sixth Sense" und "Besser gehts nicht" in den Originalversionen. Eine Woche vergeht ohne dass wir gross was unternommen haetten. Am Ende der Woche packt uns dann doch noch die Unternehmungslust und ich mache mit John und Anette noch einen 500km Tagesausflug zum Bermejo Pass, der Mendoza mit Santiago de Chile verbindet.
Die Strasse die von Mendoza in Richtung Pass verlaeuft aehnelt eher einer Autobahn als einer Passstrasse. Auf dem Weg zur ersten etwas hoeher gelegenen Stadt (Uspallata) gabeln wir noch einen Argentinier auf, der mit sich und seiner Freundin die 125er Daelim eindeutig ueberladen hat. Er hat so einen platten Hinterreifen produziert. Wir setzen ihn, da straeflicherweise keiner von uns Flickzeug dabei hat, an der naechsten Gomeria (Reifenreperaturwerkstatt, die es wirklich an jeder Ecke in Suedamerika gibt) ab.
Nach Uspallata geht es entlang des Rio Mendoza weiter bergauf. Rechts und links ragen schon die
5000er auf. Wir fahren zunaechst an der beruehmten Puente del Inca, einer Natursteinbruecke und dem Mirador des Aconcagua vorbei hoch zur Passhoehe. Die neue Strasse fuehrt auf etwa 3200 Hoehenmetern durch einen Tunnel nach Chile. Wir nehmen kurz vor dem Tunnel den Abzweig zur alten Passstrasse hinauf. Auf der Passhoehe, auf knapp 4000 Hoehenmetern, steht die Statue Christ Redentor die von Argentinien und Chile hier 1904 gemeinsam zur Besiegelung des Friedens zwischen den Laendern aufgestellt wurde. Neben den gewaltigen Andengipfeln wirkt die eigentlich grosse Statue eher schmaechtig. Nach dem obligatorischen Foto machen wir uns wieder auf dem Weg nach unten - 600 Hoehenmetern ueber knapp 8km Serpentinen runter.
Weiter unten tut sich ein Seitental auf und gibt den Blick auf den Aconcagua, den hoechsten Berg Amerikas (6989m), frei. Wir nehmen die 3km Schotterpiste bis zum Guardaparque und geniessen den ungetruebten Blick auf den steinernen Waechter , wie der Berg von den Idianern genannt wird.

 

Weiter unten im Tal machen wir dann Stopp an derPuente del Inca. Die Natursteinbruecke, die sich 47m hoch und 28m weit ueber den Rio Mendoza spannt, beherbergte frueher mal ein Thermalbad. Das Bad wurde aber bei einem Erdrutsch zerstoert und so kann man heute nur noch die Ruinen besuchen. Das heisse Quellwasser ist stark schwefelhaltig, was die roetlich- gelbe Faerbung der Bruecke erklaert.

 

 

 

Zurueck in Mendoza sind unsere heiss ersehnten Pakete aus Deutschland eingetroffen. Die notwendigen Teile zur Motorueberholung ( die 500er wurde immer schwaecher und hatte kaum noch Kompression) der 500er sind alle komplett. Ein Zylinderschleifer ist schnell gefunden, der fuer unglaubliche 42 arg. Pesos (ca. 12 Euro) den Zylinder zum naechsten Uebermass aufbohrt. Dank der Hilfe von John, Robert und Andre ist die Sache an zwei Nachmittagen erledigt und der Einzylinder tuckert wieder. Dazu bekommt die 500er noch eine Tourenscheibe um die langen Ueberlandpassagen etwas ertraeglicher zu machen. Obendrauf gibt es noch einen neuen Hinterreifen: Pirelli MT21 120/80-18 mit 2 / 3 Lagen aus brasilianischer Produktion (der TKC 80 hat nach 12500km immer noch Restprofil drauf) - ein fast neues Motorrad.

Nachdem alles erledigt ist, beschliessen wir unseren "Ausflug" mit dem Bus nach Buenos Aires und zu den Wasserfaellen von Iguazu. Wir koennen die Motorraeder und ueberfluessiges Gepaeck netterweise beim Camping einstellen und machen uns auf die 10 taegige Reise.
Als wir zurueck kommen ist es in Mendoza schon etwas kaelter geworden und wir muessen Abends noch eine Lage Fleece zulegen. Benni und Nadja in ihrem Landrover, die wir schon in Coyhaique und Bariloche getroffen hatten sind nun auf dem Camping Suizo. Gemeinsam besichtigen wir das Weingut Las Cuevas. Das besondere an dieser Bodega ist das zugehoerige Museum. Hier kann man bestaunen, mit welchen Mitteln schon vor hunderten von Jahren der leckere Tropfen erzeugt wurde. Auch einige historische Kutschen, mit denen der Wein dann ausgeliefert wurde sind zu besichtigen. Untern weiteren Exponaten entdecken wir ein altes Filter mit der Aufschrift: "Neustadt a. d. W. "



Letzte bekannte Position: W: 068°53'47,4'' S:32°51'17,5'' Camping Suizo Mendoza Höhe 933m




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